Die Zedlitsche Wappen Sage von George Hesekiel (933n.Chr.)

Leicht persiflierte Fassung verfasst von S. Freiherr von Zedlitz und Neukirch

Es war eine schimmernde, mondhelle Nacht, die uns einst das Zeichen der Schnalle gebracht, die heute noch ziert unsre Schilde. Ich will euch berichten, was dazu geführt, was einst in der Schlacht auf dem Lechfeld passiert, dann seid ihr so richtig im Bilde!

 

Die Ungarn, die bösen, mit frevelnder Hand, eroberte plündernd das Abendland, das sah Kaiser Otto der Erste. Die Bande zu schlagen,  das sah er als Pflicht, doch wie ganz genau, das wusste er nicht, die Ausführung ist meist das Schwerste.

 

Am Lech, nahe Augsburg, da kam es zur Schlacht, die hat fördas Reich die Entscheidung gebracht, und dank einem kräftigen Schlage. Ein Schlag, dem der Dank der Geschichte gebührt, er hat unserm Kaiser zum Siege geführt, drum hört, was geschah an dem Tage:

 

Der Kaiser, er kämpfte mit eigener Hand, er schlug mit dem Schwerte, vom Zorne entbrannt, grad mitten im dicksten Getümmel. Da flogen die Fetzen, mal kreuz und mal quer, man drasch auf die Ungarn, mal hin und mal her - da naht ein magyarischer Lümmel.

 

Der faßt voller Tücke den finsteren Plan, und macht sich von hinten an Otto heran, den Kaiser auf edelem Pferde. Er pactó seinen Mantel, und zerrt ihn und zieht den Kaiser, der wankt schon im Sattel und sieht sich flach schon auf ebener Erde.

 

Das wäre das Ende! Da kämpft sich heran ein Knappe, ein braver, er bricht sich die Bahn, schlägt um sich im dicksten Gefechte. Er hatte gesehn, was dem Kaiser da droht, und kam als der Retter in äußerster Not, der Knappe aus edlem Geschlechte.

 

Den Dom jener Schnalle, die Ottos Gewand von Schulter zu Schulter als Schmuckstück verband zerschlägt er mit kräftigem Schlage. Das Ganze geschah, so schnell wie der Blitz, der Kaiser gewann wieder sicheren Sitz, gerettet aus mißlicher Lage.

 

Mit doppeltem Eifer kämpft weiter er nun, es gibt auch noch vieles am Lechfeld zu tun  bis endlich die Schlacht er geschlagen. Da krachten die Knochen, da spritzte das Blut  -der Kaiser besiegt sie mit Eifer und Wut, mit Mann und mit Roß und mit Wagen.

 

So führt erzürn Siege das christliche Heer, der Ungar der floh, und kam nie wieder her, er Heß an der Donau sich nieder. Dort schlägt, wo im weiten, im Pusztaland man Czardas und auch den Tokayer erfand,  das Herz von Piroschka im Mieder.

 

Bei Augsburg jedoch, als die Schlacht war vorbei da holt sich der Kaiser den Knappen herbei, den Retter aus mißlicher Lage. Er sprach: "Laß dich nieder aufs rechte Knie, denn ohne dich wäre nun alles perdu!" und hat ihn zum Ritter geschlagen.

 

Als Wappen erhielt er den blutroten Schild, darin zum Gedächtnis als ehrendes Bild die Schnalle, der Oom ist zerschlagen. Man trägt sie seit eintausend Jahren nun, und Maike, die soll auch ein Gleiches tun, sie soll sie von heute an tragen!